, Katharina Jost

Wo Freude vor Leistung steht

Gruppen und Vereine im Pastoralraum Hürntal: Jubla Dagmersellen.

 

Weitverbreitet ist die Meinung, Kirche sei vor allem Gottesdienst. Aber Kirche ist weit mehr. Vor allem das Schaffen von Räumen für Gemeinschaft gehört wesentlich zum Kirchesein. Die Jubla spielt dabei für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle.


Raum zum Sein
Wer in den TVD geht, muss gut Handball spielen können. Wer in den Musikverein will, muss ein Instrument spielen. Wer in die Jubla geht, muss nichts mitbringen ausser sich selbst und respektvollen Umgang mit anderen. Jubla – Jungwacht und Blauring – ist eine katholische Kinder- und Jugendorganisation, die offen ist für alle, ganz unabhängig von Fähigkeiten, Herkunft und Religion. In der Schweiz gibt es 390 Jubla-Scharen – eine davon in Dagmersellen. Mit wöchentlich oder zweiwöchentlich stattfindenden Gruppenstunden in altersgleichen und nach Mädchen und Knaben getrennten Gruppen, mit Scharanlässen und mit dem Sommerlager, dem Höhepunkt im Jubla-Jahr, bietet die Organisation Raum zum Sein, zum Austoben, Spielen, Zusammensein, Spasshaben, Erleben von Natur, Ausloten von Grenzen ... Zudem ist das Dabeisein in der Jubla ganz nebenbei eine gute Möglichkeit, Toleranz und Verantwortung zu lernen, nicht von Erwachsenen mit einem grossen Altersunterschied, sondern von anderen Kindern und von Jugendlichen, zu denen der Alters unterschied nicht gross ist. Dass für Kinder und  Jugendliche Gleichaltrige oder nur wenig Ältere eher Vorbilder sind als Erwachsene, ist bekannt.


Einzigartige Erlebnisse
Blödeln und «rotze», Werwolf spielen, sich nach Lust und Laune verkleiden, Gemeinschaft erleben beim gemein samen Singen am Lagerfeuer, draussen oder im Zelt übernachten, nicht auf saubere Kleider achten müssen, auf einen Berggipfel steigen, in der Nacht im Gelände herumspringen – alles kostbare Erlebnisse, die Kinder und Jugendliche ausserhalb einer Organisation wie der Jubla nur selten mitbekommen.

 

Die Grundsätze

Jungwacht Blauring Schweiz (Jubla) ist die Dachorganisation aller Jubla-Scharen und der grösste katholische Kinder- und Jugendverband der Schweiz. Der Verband steht ein für Akzeptanz, Respekt und Solidarität. Die fünf Grundsätze der Jubla sind: zusammen leben, mitbestimmen, Glauben leben, kreativ sein, Natur erleben. Auch die Dagmerseller Leiter:innen werden in Kursen der Jubla Schweiz in diesen Grundsätzen und in allen weiteren Kompetenzen, die es für das Leiter:in-Sein braucht, ausgebildet.

 

Fehlertoleranz
Die Jubla ist eine Art geschützter Experimentierraum für das Zusammenleben, in dem junge Menschen mitanpacken und Verantwortung tragen. Da passieren manchmal auch Fehler. Es ist laut. Es gibt Streit. Grenzen werden zu stark ausgelotet. Diese Situationen passieren, aber sie werden wenn immer möglich im Leitungsteam zum Anlass genommen, darüber zu reden und auszuhandeln, wie es besser gemacht werden kann. Die allermeisten, die einmal in der Jubla dabei waren, werden dies bestätigen und sie werden vor allem ihr Leben lang von den in der Jubla erlebten Abenteuern und Freundschaften schwärmen und erzählen.

 

Präses – eine besondere Rolle

Pastoralraumleiter Andreas Graf, alias Aschi ist seit 26 Jahren Präses der Jubla Dagmersellen. Seine Rolle beschreibt er so: «Die Jubla ist ein Kinder- und Jugendverein, der nicht von Erwachsenen geführt wird. Das zeigt sich am schönsten im 11-tägigen Zeltlager. 23 der 37 Leiter:innen sind volljährig (der älteste ist 23), 14 sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Jugendlichen zu begleiten und bei Bedarf zu unterstützen. Und, vor allem im Lager, für die Kinder eine zusätzliche Ansprechperson zu sein. Wie auch für die Eltern. Weshalb ich in der Jubla zuweilen ‹das grösste Kind› genannt werde, weiss ich allerdings auch nicht.»

 

Tim Steiner, Scharleiter: Jubla ist für mich zusammen sein, tolle Momente erleben und miteinander wachsen.

 

Carlijn Thoma, Lagerleiterin: Jubla ist viel mehr als ein Verein. Es ist eine Gemeinschaft, eine Familie mit vielen verschiedenen Individuen, die sich zusammenfinden, um Zeit zusammen in der Natur zu verbringen. In der Jubla ist jede:r willkommen!

 

Magda Rosenkranz, Leiterin und PR-Verantwortliche: Jubla ist für mich ein Ort, wo man viel fürs Leben lernt und Freundschaften knüpft, die weit über die Jubla-Zeit hinaus bestehen.

 

Lio Meier, Leiter und Materialchef: Jubla ist ein Ort, an dem ich ich sein kann und alle zusammen Spass haben können.