Singen spült den Staub von der Seele
Die Liebe zu «seinem» Chor kommt voll durch, wenn Elmar Najer, Präsident des Dagmerseller Kirchenchors, erzählt. Für ihn stimmt hundertprozentig, dass Singen den Staub von der Seele spült. Sein Herz ist Feuer und Flamme für das gemeinsame Singen, aber auch für die gute und tragende Gemeinschaft unter den zurzeit 39 Sänger:innen im Alter von 22 bis 85 Jahren. Die Präsidiumsaufgaben sind für den Frühpensionierten ein guter Ausgleich zu den häuslichen Aufgaben. Angefangen hat seine Chorliebe mit der Firmung eines seiner Söhne. Damals sang er im Ad-hoc-Chor zusammen mit dem Kirchenchor und da hat es ihm den Ärmel reingenommen. Seit zehn Jahren ist er nun dabei.
Kirchenchor oho
Ganz zu Unrecht haben Kirchenchöre oft ein verstaubtes und nicht besonders gutes Image. Wie auf so manchen Kirchenchor ist dies auch beim Hürntaler Chor ganz und gar nicht gerechtfertigt. Der Chor hat ein hohes klangliches Niveau und ein sehr breites Repertoire, welches Zeitgenössisches, Traditionelles und Experimentelles umfasst. Obwohl es manchmal ganz schön herausfordernd ist, lassen sich die Chormitglieder nicht aus der Ruhe bringen und schaffen immer wieder neue Herausforderungen, beispielsweise das unglaublich schöne Konzert mit dem Canto Willisau im Juni (siehe Titelbild). Dirigent Simon Jäger, Mitglied der vier Tenöre «I Quattro», leistet einen grossen Beitrag zum Erfolg des Chors. Im Vergleich zu anderen Chören haben Kirchenchöre klare Vorteile. Die Finanzierung ist durch die Kirchgemeinde gesichert und es muss kein Sponsoring betrieben werden. Auftrittsmöglichkeiten müssen nicht organisiert werden, sie sind mit den vielfältigen kirchlichen Anlässen wie Gottesdiensten, aber auch Veranstaltungen wie beispielsweise der «Langen Nacht der Kirchen» genügend vorhanden. Zudem ist ein grosses Plus des Chors, dass ebenso wie die musikalische Qualität die Pflege der Gemeinschaft hochgehalten wird und alle dazugehören dürfen, nicht nur perfekte Sänger:innen und Notenkenner:innen. So kommt eine spannende, bunt gemischte Schar zusammen, die Erfahrungen ermöglicht, welche es anderswo kaum gibt.
Oswin Bättig jun.: Ich spüre, dass mir das Singen im Chor guttut und mein Wohlbefinden fördert. Die Chormusik vermag mich immer wieder tief zu berühren. Das Singen im Kirchenchor ist erstaunlich vielfältig. Wir singen Werke aus unterschiedlichen Stilrichtungen und in verschiedenen Sprachen, was manchmal durchaus herausfordernd ist. Gerade diese Abwechslung und
die Vielseitigkeit gefallen mir an unserem Kirchenchor ganz besonders.
Sandra Sidler: Ich singe gerne im Kirchenchor, weil Musik verbindet und sie Menschen auf besondere Weise berührt. Es bereitet mir Freude, Teil einer so tollen Gemeinschaft zu sein und Gottesdienste sowie besondere Anlässe musikalisch mitzugestalten. Gleichzeitig schätze ich die Möglichkeit, mich persönlich und stimmlich weiterzuentwickeln.
Philipp Gassmann: Ich finde es schön, Gottesdienste mit unserem Gesang und unserer Musik mitgestalten zu können. Zudem kann ich in einem sehr guten Chor mitsingen. Es gibt ja bald keine Kirchenchöre mehr in unserer Region. Wir haben auch immer wieder besondere Auftritte wie z. B. mit I Quattro oder unser diesjähriges Konzert mit dem Willisauer Chor Canto. Durch solche Anlässe können auch Lieder eingeübt werden, die nicht typisch für einen Kirchenchor sind, und wir bekommen am Schluss erst noch einen Riesenapplaus.